Verhandeln mit einem sturen Partner: Wenn nichts vorangeht (Teil 3)
Wie gehst du mit einem unvernünftigen oder verschlossenen Partner um, während ihr verhandelt?
Wenn du mit deinem Partner verhandelst, kann man davon ausgehen, dass es zuletzt nicht besonders gut lief und ihr verhandelt, weil ihr keinen gemeinsamen Nenner findet. Verhandeln ist für die großen Probleme reserviert, für die Themen, die eine Ehe buchstäblich entzweireißen können.
Statt den „einfachen” Weg zu wählen und so lange zu streiten, bis der andere nachgibt oder wütend aus dem Raum stürmt, raten wir Paaren in der Krise, ihre rohen Gefühle und Unterschiede beiseitezulegen, um am Verhandlungstisch wieder gemeinsame Interessen zu entdecken.
Verhandeln ist der friedlichere und tragfähigere Weg, um für große Probleme gute Lösungen zu finden.
Was kann einer erfolgreichen Verhandlung im Weg stehen?
Leider wird es Momente geben, in denen selbst deine besten Bemühungen nicht zu einem Ergebnis führen, von dem beide profitieren.
Im Folgenden findest du einige der größten Hindernisse, die einer erfolgreichen Verhandlung ganz allgemein im Weg stehen können.
1. Dein Partner hält alle Trümpfe
Es ist kein Geheimnis, dass in manchen Beziehungen nur eine Person die „Trümpfe” in der Hand hält: das Auto, die Wohnung, den Löwenanteil am Familieneinkommen. Für so jemanden ist es leicht, den Partner zu dominieren, weil er oder sie so viel zur Ehe und zur Familie beiträgt.
Wenn dein Partner dazu neigt, deine Bedürfnisse und Wünsche abzutun, weil er die Finanzen und andere wichtige Bereiche viel stärker in der Hand hat, bist du vielleicht versucht, einfach loszupoltern oder aggressiv zu werden, nur um überhaupt gehört zu werden.
Das mag für manche verlockend klingen, sorgt aber erfahrungsgemäß nur für mehr Probleme. Es verstärkt nämlich die Idee, dass du keine Entscheidungen treffen solltest, weil du angeblich nicht von einer logischen Grundlage aus argumentierst (also rohe Emotion gegen nüchternes Abwägen).
Nutze statt Streit lieber das Modell des gegenseitigen Nutzens. Hier ein Beispiel:
Jan und Jana sind seit vielen Jahren zusammen und haben drei Kinder im Schulalter. Jan wurde vor einigen Jahren entlassen und fand keine passende Arbeit mehr, also entschied er sich, zu Hause zu bleiben und sich um die Kinder zu kümmern.
Jana hatte einen festen, gut bezahlten Job und konnte die ganze Familie versorgen. In den letzten Monaten wollte Jan jedoch etwas Neues lernen. Er wollte, dass Jana eine Weiterbildung bezahlt, damit er als anerkannter Berater arbeiten könnte.
Jana hatte inzwischen eine sehr schwarz-weiße Vorstellung davon entwickelt, wofür Geld ausgegeben werden sollte, und weigerte sich rundweg, Jan zu unterstützen oder seine Kursgebühren zu übernehmen. Jan fühlte sich gefangen, denn er hatte keine eigenen Rücklagen, Jana hatte die Kontrolle über die Finanzen.
Seine einzige Möglichkeit, falls Jana seinen Traum nicht unterstützen würde, war ein Nebenjob, um genug Geld für Abendkurse zusammenzukratzen.
Statt im Gespräch aggressiv zu werden, nutzte Jan genau diese Option, um Jana erneut um Unterstützung zu bitten: „Wenn du meine Weiterbildung nicht bezahlen willst, dränge ich dich nicht dazu. Lass mich einfach einen Nebenjob annehmen, damit ich es selbst finanziere. Bedenk aber, dass du dann hier zu Hause übernehmen musst, wenn ich arbeiten und lernen bin.”
Jana wird schließlich klar, dass sie in keiner sehr bequemen Lage sein wird, sobald Jan einen Job annimmt, um seine Weiterbildung zu bezahlen, und am Ende doch an die gemeinsamen Rücklagen geht.
2. Dein Partner blockt komplett ab
Manchmal sind Menschen schlicht anderer Meinung und frieren das Gespräch ein, damit der andere nichts mehr einbringen kann. Wenn deine Verhandlung an einer glatten Ablehnung scheitert, hast du es mit sogenannten „inneren Einwänden” zu tun.
Was ist ein innerer Einwand?
Ein innerer Einwand ist eine Form von Widerstand, die nicht ausgesprochen und nicht offen auf den Tisch gelegt wird.
Innerer Widerstand auf beiden Seiten belastet problematische Ehen besonders oft, vor allem, weil niemand gern streitet und es leichter ist, Einwände zu verstecken, als sie auszusprechen. Du kannst diesen Kreislauf durchbrechen, indem du deinen Partner behutsam nach seiner Entscheidung fragst.
Einfache Sätze wie: „Ich verstehe ehrlich nicht, warum du dich weigerst. Könntest du mir bitte mehr darüber erzählen, was gerade in dir vorgeht?” Das Ziel ist, deinem Partner ehrliches Feedback zu entlocken, damit ihr gemeinsam wieder einen gemeinsamen Nenner findet.