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Konflikte lösen

Richtig verhandeln in der Ehe: So endet der Streit (Teil 1)

Wie kannst du die Kunst des Verhandelns nutzen, um deine Ehe zu verbessern und endlosen, fruchtlosen Streitereien ein Ende zu setzen?

Verhandeln zu lernen ist eine der wichtigsten Fähigkeiten überhaupt, wenn du die Abwärtsspirale umkehren willst, die begann, als der Streit anfing, eure Beziehung zu bestimmen.

Der große Unterschied zwischen einer Verhandlung und einem Streit ist einfach: Eine Verhandlung will ein Ergebnis erzielen, von dem beide Seiten profitieren. Beim Streiten geht es dagegen vor allem darum, die andere Person zu dominieren und zu kontrollieren.

Faires Verhandeln erfordert Anstrengung, Geduld und vor allem: Liebe.

Zwischen beidem liegen Welten. Bilde dir also nicht ein, du seist „gut im Verhandeln”, nur weil du oft mit Einschüchterung arbeitest oder alte Geschichten wieder aufwärmst, um einen Streit zu „gewinnen”.

Ehrlich gesagt gewinnt in einer Ehe niemand wirklich einen Streit. Denn Streit hinterlässt fast immer emotionalen Ballast, der beide Partner über Monate, manchmal sogar Jahre belasten kann.

Wie wirst du zu einem überzeugenden, aber fairen Verhandler?

Verhandeln muss weder kompliziert noch überkandidelt sein. Du musst kein Analytiker sein, um mit deinem Partner gute Ergebnisse zu erzielen.

Hier sind einige grundlegende Leitlinien, die dir dabei helfen, zum echten Verhandlungsprofi zu werden.

1. Sei auf Konflikte gefasst

Konflikte sind in jeder Beziehung normal, gerade in einer engen Partnerschaft. Wenn zwei Menschen sich gemeinsam entscheiden, eine feste Beziehung einzugehen, und beide anfangen, unterschiedliche Ressourcen zu investieren, um diese Beziehung sinnvoll und tragfähig zu machen, entwickeln beide ein Gefühl von Anspruch: Man fühlt sich zu bestimmten Dingen berechtigt.

Wenn gegensätzliche Bedürfnisse, Wünsche, Überzeugungen und Werte aufeinanderprallen, entsteht Konflikt. Keine Sorge: Solange du Konflikte nicht zum Mittelpunkt deiner Ehe machst, hat deine Ehe immer noch alle Chancen, sich vollständig zu erholen.

2. Bleib fair und sauber

Wenn zwei Menschen über unterschiedliche Meinungen sprechen, fühlt es sich schnell an, als betrete man ein Schlachtfeld und der andere sei der Feind.

Wenn du das im Gespräch mit deinem Partner spürst, erkenne den genauen Moment, in dem dieses Gefühl aufkommt, und tu etwas dagegen. Beim Verhandeln geht es nicht ums Kämpfen, Dominieren oder Verletzen der anderen Person.

Verhandeln ist vor allem eines: das Anerkennen von Augenhöhe in der Beziehung. Wenn beide auf gleichem Boden stehen und sich gemeinsam entscheiden, fair miteinander umzugehen, entstehen Kompromisse und Lösungen, von denen beide profitieren, viel leichter.

3. Verhandle nur, wenn es nötig ist

Verhandeln kostet viel Zeit, Energie und Geduld. Beginne also keine Verhandlung, wenn es nicht um ein wirklich bedeutendes Problem in der Beziehung geht.

Ein Beispiel: Wenn dein Partner beim Autofahren zur Verwandtschaft gern laute Musik hört und dir davon der Kopf brummt, reicht wahrscheinlich ein einfaches Gespräch darüber, dass dir das Kopfschmerzen bereitet.

Wenn eure Finanzen dagegen leiden, weil dein Partner sich weigert zu arbeiten, ist das genau der Fall, in dem du so schnell wie möglich eine echte Verhandlung beginnen solltest.

4. Lass die rohen Gefühle bitte draußen

Wenn du unsere bisherigen Beiträge verfolgt hast, hast du vielleicht schon einiges über die zerstörerische Wirkung ungefilterter Emotionen in einer engen Beziehung gelernt.

Rohe Emotionen haben in einer Verhandlung absolut nichts verloren. Es gibt keine Alternative: Entweder du „lässt sie draußen vor der Tür” oder du verhandelst eben noch nicht. Versuche nicht zu verhandeln, wenn die Gefühle hochkochen oder du dich zu verletzt fühlst, um überhaupt vernünftig zu sprechen.

Wenn du ein guter Verhandler werden willst, musst du deine Bedürfnisse und Sorgen so ausdrücken, dass du den anderen nicht dominierst oder emotional verletzt.

Auch das kann anspruchsvoll sein, denn Menschen haben oft den Wunsch, es dem Partner für echte oder eingebildete Kränkungen „heimzuzahlen”. Gerade wegen dieser natürlichen Neigung braucht es ein hohes Maß an Selbstbeherrschung, damit deine Gefühle die eigentliche Verhandlung nicht sabotieren.

Was tust du, wenn dein Partner zu emotional ist?

Nutze die emotionalen Ausbrüche deines Partners nicht als Waffe gegen ihn oder sie. Versuche stattdessen, ihn oder sie zu beruhigen, oder mach deutlich, dass du erst dann weiterredest, wenn wieder Ruhe einkehrt. Manchmal ist es die klar bessere Wahl, an einem anderen Tag zu verhandeln, als es mit jemandem zu versuchen, der zu wütend oder frustriert ist, um klar zu denken.

Wenn du Sätze hörst wie „Ich bin so wütend auf dich, ich sehe nur noch rot”, dann ist es wahrscheinlich besser, das Gespräch auf einen anderen Zeitpunkt zu verschieben.