Der friedliche Weg aus der Wut, Teil 2
Mit welchen Strategien sorgst du dafür, dass deine Wut deiner Ehe nicht länger schadet?
Wer dauerhaft wütend auf den eigenen Partner ist, beschädigt die Beziehung irgendwann so weit, dass einer oder beide die Ehe nicht mehr tragfähig finden.
Wenn du genau so über deine Ehe empfindest, weil du deine Wut nicht in den Griff bekommst, dann ist es Zeit, etwas zu ändern.
Du musst deine Ehe nicht länger von der Wut beherrschen lassen!
Strategien, um Wut zu steuern
Warum werden wir überhaupt wütend auf unseren Partner?
Das ist die entscheidende Frage, die beantwortet werden muss, um das Chaos zu verstehen, das entsteht, wenn die Wut in einer Ehe die Oberhand gewinnt. Menschen werden im Allgemeinen wütend, wenn:
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sie sich in einer ungerechten Lage befinden.
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sie sich gedrängt fühlen, etwas zu tun, das sie nicht wollen.
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sie gestresst sind und nicht wissen, wie sie mit dem Stress umgehen sollen.
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es viele ungelöste Konflikte in der Beziehung gibt.
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die Kommunikation zusammengebrochen ist und niemand den ersten Schritt zur Versöhnung machen will.
Wenn dir diese Punkte bekannt vorkommen, dann geht es dir wie 99 Prozent aller Menschen, die gerade in einer schwierigen Ehe stecken. Du musst deshalb nicht länger verzweifeln, denn du kannst schon heute damit beginnen, deine Wut zu steuern.
Wie kannst du zerstörerische Wut stoppen, bevor sie noch mehr Schaden anrichtet?
Hier sind einige erprobte Tipps für den Anfang.
1. Schätze dich selbst und lerne, Nein zu sagen
Musst du in einer Ehe immer und jederzeit „verfügbar” sein?
Es gibt den weit verbreiteten Irrglauben, man müsse zu 100 Prozent verfügbar sein, um eine Ehe wirklich zu stützen.
Das klingt zwar süß und ideal, ist in Wahrheit aber ein toxisches Ideal, denn kein Mensch kann rund um die Uhr für einen anderen denken, sprechen und handeln.
Wenn du versuchst, dich für diese Vorstellung völlig zu verausgaben, wirst du bald ständig wütend auf deinen Partner sein.
Warum? Weil ständige Verfügbarkeit unglaublich zermürbend ist. Stell dir vor, du wärst rund um die Uhr im Bereitschaftsdienst und müsstest auf jede erdenkliche Lage reagieren, vom kaputten Fernseher bis zum familiären Herzschmerz.
Wenn du spürst, dass du deinen jetzigen Aufgaben nicht mehr nachkommst und keinen weiteren Druck und Stress mehr aushältst, dann sag einfach Nein. Wir wissen, dass das schwerfallen kann, weil ein Nein gegenüber dem Partner so gemein wirkt.
Doch wenn du deine Wut auf friedliche Weise dämpfen willst, musst du bei den häufigsten Auslösern ansetzen. Und einer der größten Auslöser ist es, zu etwas gedrängt zu werden, das du gar nicht mehr leisten kannst, weil du längst überfordert bist.
2. Übe dich in Durchsetzungskraft
Was bedeutet Durchsetzungskraft?
Durchsetzungskraft hat nichts mit Beherrschen oder Kontrollieren zu tun. Durchsetzungskraft bedeutet, so sehr auf dich selbst und deine Überzeugungen zu vertrauen, dass du mit deinem Partner auf Augenhöhe verhandeln und reden kannst, nicht als Untergebener.
Das ist ein außerordentlich häufiges Problem, das wir in Beziehungen beobachten, in denen ein Partner selbstsicherer ist als der andere.
Der Selbstsicherere kann dazu führen, dass sich der andere bei jeder Auseinandersetzung automatisch fügt und einfach hinnimmt, was gesagt wird.
Wenn du dich ständig dabei ertappst, deinem Partner zuzustimmen, obwohl du eigentlich anderer Meinung bist, dann fehlt dir Selbstvertrauen. Du musst dich bewusst darum bemühen, deine Wünsche und Bedürfnisse so zu vertreten, dass du in einer Auseinandersetzung deinen Standpunkt halten kannst.
3. Annehmen
Wie hilft dir das Annehmen dabei, Zorn und Wut zu beenden?
Es gibt Dinge im Leben, die du nicht ändern kannst, und die musst du annehmen, wenn du dir ein friedlicheres Leben und eine friedlichere Beziehung wünschst.
Es gibt zwei Wege, eine Situation vollständig anzunehmen: Erstens kannst du das Beste daraus machen und sie von nun an als Teil deines Lebens akzeptieren.
Zweitens kannst du weiter nach Lösungen für deine Probleme suchen, sodass dir die positiven Ergebnisse deiner Bemühungen Zufriedenheit schenken.
Annehmen ist tatsächlich die letzte Stufe der Reife in einer Beziehung. Es ist zugleich ein Zeichen dafür, dass du ein psychisch und emotional gereifter Mensch bist.