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Kommunikation

Kommunikation wieder zum Leben erwecken: Klar reden, klar zuhören

Wie kannst du dafür sorgen, dass Kommunikation in deiner Ehe wieder funktioniert?

Es ist kein Geheimnis, dass das Eheleben zu einer echten Charakterprobe werden kann.

An manchen Punkten kann jede Faser deines Charakters so sehr strapaziert werden, dass du am liebsten ungeduldig oder sogar aggressiv gegenüber deinem Partner reagieren würdest.

Ist es normal, so zu empfinden?

Ganz klar: Solche Erfahrungen sind normal und in einer Beziehung, in der zwei Menschen Tag für Tag zusammenleben, sogar zu erwarten.

Es ist normal, manchmal ungeduldig oder wütend zu sein, wenn Dinge einfach nicht klappen. Nicht normal ist es jedoch, Worte zu benutzen, um den Partner anzugreifen oder kleinzumachen, bis du das Gefühl hast, ihn dominieren und „gewinnen” zu müssen.

Der Kipppunkt, auf den du achten solltest

Wenn du an einen Punkt kommst, an dem du deinen Partner als Feind wahrnimmst, dann halte bitte sofort inne und tritt einen Schritt zurück, um zu überprüfen, was mit eurer Beziehung bisher passiert ist.

Das ist erfahrungsgemäß eine schwierige Aufgabe, denn es fällt immer schwer, etwas zu betrachten, das stark mit Emotionen aufgeladen ist. Trotzdem ist es unverzichtbar, dass du dir diese Bestandsaufnahme abverlangst, damit du einschätzen kannst, wie ihr mit der Reparatur beginnen könnt, wenn ihr bereits ständig aneinandergeratet.

Kann Kommunikation deine Ehe retten?

Gute Kommunikation ist die stärkste Stütze, die eine Ehe in der Krise haben kann.

Oft heißt es, Reden bringe doch nichts. Das stimmt schlichtweg nicht. Zugegeben, es gibt einen Unterschied zwischen bloßem Reden und dem tatsächlichen Kommunizieren mit einem Menschen.

Wenn deine Worte auf verschlossene Ohren treffen (und damit auf einen verschlossenen Geist), dann kommunizierst du im eigentlichen Sinne nicht, du redest nur.

Echte Kommunikation ist ein Austausch in beide Richtungen: Beide hören aktiv zu, geben Rückmeldung und sind zu Kompromissen bereit, um zu einer Lösung zu kommen, von der beide profitieren.

Damit Kommunikation gelingt, solltest du dir jederzeit die folgenden Leitlinien vor Augen halten:

1. Wühl nicht in der Vergangenheit

Die vergangenen Fehler und Fehlentscheidungen des anderen hervorzukramen, nur um im Gespräch die eigene Position zu stärken, macht dein Gegenüber gleichzeitig unglücklich und abwehrbereit.

Niemand wird gern an schlechte Entscheidungen erinnert. Wenn du gewohnheitsmäßig alte Geschichten ausgräbst, nur um im Gespräch die Oberhand zu behalten, hilfst du der Beziehung damit überhaupt nicht.

Versteh das nicht falsch: Frühere Erfahrungen können durchaus dabei helfen, Verhalten zu verbessern. Doch dafür gibt es einen passenden Zeitpunkt und Rahmen. Die Vergangenheit als Munition für „Schlammschlachten” zu nutzen, ist etwas völlig anderes.

2. Sende jedes Mal eine klare Botschaft

Wenn ein Mensch sich verletzt fühlt, neigt er dazu, negative Gefühle und mehrere Botschaften in einer einzigen, undurchdringlichen Nachricht zu vermengen, die kaum zu verstehen ist.

Wenn eine Frau sich zum Beispiel außen vor fühlt, weil ihr Mann nach der Arbeit ständig mit seinen Kumpels beim Bier sitzt, sagt sie vielleicht etwas wie: „Du hast es dir ja jeden Abend richtig gemütlich gemacht!”

Der Mann, der für dieses Thema vielleicht weniger empfänglich oder feinfühlig ist, tut die Aussage als bloße Beobachtung ab. Natürlich ist sie keine bloße Beobachtung, sondern eine sehr deutliche Kritik an seinem Verhalten. Doch die eigentliche Botschaft, die die Frau vermitteln will, geht im Durcheinander dieser einen, undurchdringlichen Aussage verloren.

Deutlich klarer ließe sich der Frust über das viele Trinken ihres Mannes so ausdrücken: „Mir ist aufgefallen, dass du in den letzten Monaten ziemlich viel trinkst (sachliche Beobachtung). Dein Trinken lässt mich denken, dass du keine Zeit mit mir und den Kindern verbringen willst (persönliche Meinung). Wenn du jeden Abend zum Trinken weggehst, fühle ich mich niedergeschlagen und einsam (Gefühl). Wir würden es sehr schön finden, wenn wir alle mehr Zeit zusammen zu Hause verbringen könnten (Bedürfnis).”

Was, wenn dir gar nicht nach einer klaren Botschaft ist?

In der Arbeit mit Paaren in der Krise sagt fast immer einer der beiden, der andere müsse doch feinfühlig genug sein, um „die Signale aufzufangen” und zu verstehen, was gemeint ist, selbst wenn die Botschaft selbst wirr oder unklar war.

Solchen Menschen ist immer wieder zu sagen: Im Interesse der Beziehung solltest du diese Überzeugung aufgeben, so wahr sie dir auch erscheinen mag. Warum? Weil keine Überzeugung wertvoller ist als eine Beziehung, die sich gerade erholt.